Ob eigenes Haus oder eigene Wohnung: Irgendwann offenbaren sich Zeit oder veränderter Geschmack und es ist eine Modernisierung nötig. Wer sich die Preise für einzelne Arbeiten jedoch ansieht, der erkennt schnell, dass das nicht eben ein Projekt für das nächste Wochenende ist. Gerade in den Bereichen Dämmung, Barrierefreiheit, Energie und auch Smart Home kommen schnell hohe Kosten auf den Hausbesitzer zu, selbst wenn einzig das Bad renoviert werden soll. Aber auf welchen Wegen lassen sich Modernisierungen stemmen? Wie verhält es sich mit den speziellen Modernisierungskrediten und was ist dabei zu beachten? Dieser Artikel schaut sich das einmal an.

Wenn eine Renovierung ansteht, helfen Modernisierungskredite dabei, die geplanten Maßnahmen zu finanzieren.

Was ist ein Modernisierungskredit?

Diese Kredite werden von Banken immer häufiger angeboten. Auf den ersten Blick sind es natürlich Ratenkredite. Eine Summe wird bereitgestellt und der Kreditnehmer zahlt den Kredit innerhalb einer festen Laufzeit in Raten ab. Doch anders als gewöhnliche Kredite sind Modernisierungskredite fest mit dem Haus oder der Eigentumswohnung verbunden. Es gilt:

  • Günstig – im Vergleich zu anderen Krediten sind die Modernisierungskredite günstiger. Das Zinsniveau ist niedriger, was sich somit auch auf Laufzeiten oder Raten auswirkt.
  • Bedingungen – die einzige Bedingung ist das Wohneigentum. Der Kredit ist zweckgebunden und fest mit dem Eigentum verknüpft. Der Nachweis über das Eigenheim oder die Eigentumswohnung reicht somit meist aus.
  • Keine Grundschuld – es wird, anders als bei anderen Krediten, die auf das Wohneigentum zurückgreifen, keine Grundschuld als Besicherung des Kredits eingetragen. Das Eigentum bleibt somit unbelastet oder wird nicht weiter belastet.

Allerdings ist der Kredit zweckgebunden und kann überwiegend für bestimmte Zwecke im Haus verwendet werden. Diese Zweckgebundenheit ist recht breit gefächert, denn ›Modernisierung‹ ist das Stichwort. Nachfolgend werden einige der möglichen Modernisierungsmaßnahmen genannt.

Welche Maßnahmen lassen sich damit finanzieren?

Die Modernisierung eines Hauses oder einer Eigentumswohnung kann facettenreich ausfallen. Die obligatorischen Maßnahmen – Energie, Sicherheit – kommen direkt in den Sinn. Doch können sich die Maßnahme auch anderweitig auswirken:

  • Elektrische Leitungen – sie müssen durchschnittlich nach dreißig bis vierzig Jahren erneuert werden. Auch der Austausch der elektrischen Leitungen, gerade mitsamt der Anpassung an die moderne Zeit, fallen unter die Modernisierungsmaßnahmen.
  • Wasserführende Leitungen – auch sie haben eine begrenzte Haltbarkeit und müssen mit der Zeit erneuert werden. Dabei handelt es sich klar um Modernisierungen, zumal viele Wohnungs- oder Hausbesitzer sogleich hingehen und die Rohre und Leitungen so verlegen lassen, dass sie mit der neuen Bad- oder Küchensituation übereinstimmen.
  • Badezimmer – im Rahmen der Barrierefreiheit oder der Anpassung des Eigenheims an ein Seniorenleben, spielen die Badezimmer eine wichtige Rolle. Gerade im höheren Alter sind gewöhnliche Duschen mit Duschwanne und höherem Einstieg, dafür aber ohne Griff- oder Sitzmöglichkeiten, ein großes Laster. Wird ein Rollator oder Rollstuhl benötigt, sind viele Bäder baulich absolut ungeeignet, da die Bewohner zwischen Badewanne und Waschbecken nicht manövrieren können. Wer also sein Badezimmer modernisiert, der kann dafür stets den Kredit nutzen.
  • Treppen – auch die Abänderung von Treppen kann unter die Modernisierung fallen, wenn die Arbeiten das Älterwerden berücksichtigen. Beispiel: Eine schmale oder gewundene Treppe wird gegen ein treppenliftfähiges Modell getauscht.

Fakt ist: Alle Arbeiten, die zu einer Modernisierung des Hauses führen und/oder einen späteren Nutzen haben, fallen unter die Kriterien. Die Neugestaltung des Gartens hingegen – mit Abstrichen – nicht. Aber dazu später mehr.
 

Förderdarlehen nutzen

Bei Energieeffizienz und Barrierereduzierung: Auch Förderdarlehen nutzen

Beide Punkte gehören fest mit in die Modernisierungskredite, doch können Förderdarlehen der KfW genutzt werden. Somit lassen sich noch einmal Kosten sparen. Aber was gilt hier?

  • Energieeffizienz – die Dämmung, der Austausch von Fenster und Türen, aber auch der Wechsel auf eine neue Heizungsanlage zählen in diesen Bereich. Getoppt können die Arbeiten durch die Installation einer Solaranlage samt Stromspeicher werden. Dafür gibt es noch einmal zusätzliche Fördermittel.
  • Barrierereduzierung – viele der aktuellen Häuser und Wohnungen bieten schon breitere Türen. Ältere Bestandsbauten oder Häuser, die vor dem Fokus auf die Barrierefreiheit errichtet wurden, haben noch schmale Türen, die zwar für Rollatoren geeignet sein können, nicht aber für Rollstühle. Um ein Haus behindertengerecht zu gestalten, gibt es Fördermittel. Übrigens lässt sich hier auch noch für das Bad oder den Treppenlift ein Betrag einfordern. Die Barrierereduzierung erweitert sich teilweise tatsächlich in den Außenbereich: Eingangstreppen oder Stufen zwischen Terrassentür und Terrasse fallen ebenfalls unter die Maßnahmen zur Barrierefreiheit. Der Weg zum Gartenschuppen oder Kompost hingegen oft nicht.
  • Grundsätzlich ist es wichtig, einen Energieberater oder einen fachmännischen Spezialisten zur Begutachtung der notwendigen Arbeiten hinzuzuziehen. Diese sind meist Voraussetzung für den Erhalt der Gelder.

Und es gibt noch weitere Optionen:

  • Sicherheit – der Einbruchsschutz und die Sicherheit des Heims werden teilweise mit gefördert. Gerade sichere Türen und Fenster zählen zu den Maßnahmen des Diebstahlschutzes.
  • Smart Home – auch das wird gefördert, denn etliche Elemente unterstützen die Energieeffizienz (Licht und Heizung), bieten aber auch sicherheitsrelevante Elemente.

Je nach Art der Modernisierungsmaßnahmen variieren die Kosten - dies sollte bei der Darlehenswahl berücksichtigt werden.

Modernisierungskredite, Fördermittel der KfW und vom Bund lassen sich miteinander kombinieren und bieten somit die Möglichkeit, geringere Kosten auf den Schultern zu tragen. Allerdings unterliegen viele Fördermittel genauen Vorschriften und Voraussetzungen, sodass sich Hausbesitzer genauer damit befassen müssen. Zudem werden nicht alle Fördermittel von der KfW bereitgestellt, sondern auch vom BAFA. Dieses war beispielsweise für die Unterstützung beim Tausch von Heizungsanlagen zuständig, während die KfW Dach und Dämmung übernimmt.

Fazit – die Modernisierungsfinanzierung günstig gestalten

Der Modernisierungskredit ist für Eigenheimbesitzer praktisch, denn dank seines einfachen Zugangs und der günstigen Zinsen erleichtert er viele wichtige Arbeiten am Haus oder in der Wohnung. Hinzu kommen Fördermöglichkeiten, die sich glücklicherweise auf eine Vielzahl an Arbeiten und Modernisierungen beziehen. Experten werden dennoch benötigt, da es für Laien oft schwierig ist, den Unterschied zwischen Instandhaltung und Modernisierung gut und korrekt anzugeben und sich über die Begrifflichkeiten schon Förderhöhen ergeben. Im Bereich der energetischen Sanierung ist ohnehin ein Energieberater notwendig, da nur mit seiner Hilfe die Förderungen abgerufen werden können.