Smart Home bedeutet so viel wie „intelligentes Haus“. Die gesamte Haustechnik lässt sich smart steuern. Die Technik arbeitet auch dann, wenn niemand zu Hause ist. Hauptziel des intelligenten Hauses ist es, das Leben und den Alltag der Bewohner zu vereinfachen. Leben im Smart Home bedeutet leben in einem intelligenten Wohnkonzept. Die eigenen vier Wände werden von uns selbst überwacht und gesteuert.

Das Smart Home ist unter anderem über ein Smartphone steuerbar.

Smarte Funktionen seit 50 Jahren auf dem Markt

Bereits in den 1970er Jahren gab es erste smarte Wohnungen, in denen kabelgebundene Geräte den Alltag erleichterten. Erst als die beiden Techniken WLAN und Bluetooth erfunden wurden, fand die Hausautomation Anerkennung in der breiten Öffentlichkeit.

Steuerung eines Smart Homes

Es gibt verschiedene Steuerungsmöglichkeiten für ein Smart Home. Verbraucher können ein Tablett nutzen, eine Sprachsteuerung installieren, mit dem Handy oder per PC zugreifen. Auch die Fernbedienung und die manuelle Steuerung sind nach wie vor möglich.

Solange das mobile Endgerät Zugriff auf das Heimnetzwerk hat, läuft der Zugriff über WLAN. Andernfalls greifen Nutzer per Internet auf die Haustechnik zu. Die Anbindung an das Internet ist komplex, denn es müssen Sicherheitsstandards eingehalten werden. Dabei ist zu gewährleisten, dass keine fremden Dritten Zugriff auf das System erhalten.

Die Hersteller der Smart-Home-Systeme haben dafür verschiedene Lösungen entwickelt. Meist müssen Nutzer ihre persönlichen Daten zentral beim Anbieter hinterlegen, was nicht jeder möchte. Alternativ kann das Sicherheitsnetzwerk auf einem separaten Server gelagert werden. Zugriff erhalten Nutzer nur über eine verschlüsselte Verbindung und ein extra Passwort.
 

Steuerbare Anlagen und Geräte

Jeder Bauherr entscheidet selbst, wie smart das eigene Zuhause sein soll. Im Prinzip lassen sich alle Haushaltsgeräte, die gesamte Haustechnik, Entertainmentgeräte und jedes andere elektrische Gerät, welches sich in ein Netzwerk einwählen kann, smart steuern.

Smarte Saugroboter erledigen die lästige Arbeit vollautomatisch.

Haushaltsgeräte

Inzwischen gibt es zahlreiche Haushaltsgeräte in smarten Varianten von unterschiedlichen Herstellern und in diversen Preisklassen. Die rasante technische Entwicklung von smarten Haushaltsgeräten hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass der Konkurrenzkampf enorm stark geworden ist. Für Verbraucher ergibt sich daraus ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis.

Saugroboter
Smarte Saugroboter reinigen Fußböden vollautomatisch. Nutzer können abhängig von den verschiedenen Saugroboter-Modellen mit Hilfe der jeweiligen App den Standort des Geräts prüfen, Reinigungsbereiche vorgeben oder ausschließen, den Akkustand prüfen oder das Gerät starten und stoppen. Manche Geräte kartieren die Wohnung und erkennen unterschiedliche Bodenbeläge. Sie passen ihre Aktivitäten den Gegebenheiten an.

Waschmaschine
Smarte Waschmaschinen stimmen ihre Waschleistung auf die zu waschende Wäsche ab. Sie schleudern so viel wie möglich, aber nicht mehr als nötig. Sie erkennen die Stoffart, passen die Waschmittelmenge, Wassertemperatur und ihren Energieverbrauch an vorgegebene Werte an. Manche Modelle setzen einen Alarm ab, falls sich der Schlauch vom Gerät löst oder Flusen den Ablauf verstopfen. Verbraucher können smarte Waschmaschinen auf ihrem mobilen Endgerät oder am PC überwachen und steuern.

Kühlschrank
Smarte Kühlschränke kühlen intelligent: Sie verfügen über unterschiedliche Kühlzonen und kontrollieren sowie regulieren die Temperatur selbstständig. Eine Kamera fotografiert beim Schließen der Kühlschranktür den Inhalt und speichert das Bild. Nutzer können beim Einkaufen auf das Foto zugreifen und prüfen, was noch im Kühlschrank ist. Manche Geräte spielen Filme oder Musik ab und liefern Kochrezepte. Andere beleuchten die Kühlfächer und setzen einen Warnton ab, falls die Kühlschranktür zu lange geöffnet bleibt.

Weitere Geräte
Die vorgestellten Geräte stellen lediglich eine Auswahl dar und dient dazu, die Möglichkeiten vorzustellen. Es gibt noch zahlreiche weitere Haushaltsgeräte, die smart gesteuert werden können. Dazu gehören zum Beispiel Mixer, Backautomaten, Pürierstab, Staubsauger, Trockner, Gefrierschrank, Dunstabzugshaube, Herd oder Backofen.
 

Haustechnik im Smart Home

Heizung, Licht, Beschattung, Entertainment, Sicherheit und smarte Technik – auch für die besonderen Bedürfnisse von Senioren - spielen eine immer größere Rolle im Alltag. In diesem Bereich liegt ein hohes Energiesparpotenzial. Diese Systeme sind in smarter Form verfügbar:

Heizung/Klima

Ein smartes Heizsystem ist komplex und bietet viele Einstell- und Energiesparmöglichkeiten. Die zentralen Features sind diese:

  • angepasste Steuerung der Temperatur in Abhängigkeit von der Außentemperatur und der Beschattung und/oder von der Zeit
  • Räume werden unterschiedlich stark beheizt
  • Räume werden nur dann beheizt, wenn jemand zu Hause ist
  • bei geöffneten Fenstern oder Türen werden Heizkörper abgeschaltet
  • im Brandfall wird das Heizsystem deaktiviert
  • bei langer Abwesenheit schaltet die Heizung in den Frostschutzmodus

Beschattung

  • Jalousien und Markisen werden in Abhängigkeit von den Witterungsverhältnissen und der Temperatur im Haus geschlossen oder geöffnet.
  • Steuerung nach festgelegten Uhrzeiten ist ebenfalls möglich

Beleuchtung

  • Licht wird in Abhängigkeit von den gegebenen Lichtverhältnissen gedimmt
  • Licht schaltet sich ab, wenn niemand im Raum ist
  • Licht schaltet sich ein, sobald jemand den Raum betritt
  • Bodenschwellen und Hindernisse werden beleuchtet, sobald jemand in ihrer Nähe ist

Sicherheit

  • Türen werden per Fingerabdruck geöffnet
  • Alarmanlagen melden ungewöhnliche Aktivitäten am und im Haus an eine Sicherheitszentrale oder eine beliebige Person
  • im Boden installierte Sensormatten nehmen Stürze wahr und alarmieren Familienmitglieder, Pflegedienste oder andere Einrichtungen/Personen.

Smart Homes erleichtern den Alltag und erhöhen den Komfort

Erst im Zusammenspiel zeigen sich die Stärken eines Smart Homes. Die Haustechnik stimmt ihre Aktivitäten aufeinander ab, denn sie bedingen einander. Beispiel:

Nimmt die Smart-Home-Zentrale anhand des Smartphone-Standort eines Familienmitglieds wahr, dass es sich in der Nähe des Hauses befindet,

  • reguliert es die Heizung nach voreingestellten Wünschen in ausgewählten Räumen
  • schaltet das Licht in der Einfahrt ein
  • öffnet das Garagentor, sobald das Fahrzeug in die Einfahrt einbiegt
  • schalten sich auf dem Weg von der Garage zur Haustür die Lichter
  • startet nach dem Eintritt ins Haus die Lieblingsmusik

Smart Homes sparen Zeit, Energie und damit Geld, so dass sich die Investition in vielen Fällen mittelfristig rentiert.