Die Suche nach dem passenden Handwerker ist oft schwierig und zeitaufwendig. Im Notfall ist schnelles Handeln gefragt. Einerseits sollen die Arbeiten pünktlich und korrekt ausgeführt werden, damit der Wert der Immobilie erhalten bleibt, zum anderen wird nach preisgünstigen Lösungen gesucht. Ist der Handwerker um die Ecke nicht greifbar, können Online-Portale eine Alternative bieten.

Die Handwerkersuche Schritt für Schritt:

  • Angebote einholen
  • Angebote prüfen
  • Kosten definieren
  • Leistung kontrollieren
  • Rechnung begleichen

Häufig versuchen Immobilienbesitzer, kleinere Arbeiten am Objekt selbst durchzuführen. Der Umgang mit Strom oder das korrekte Verlegen von Bodenbelag verlangen nach professioneller Erledigung. Bei der Durchführung von Heizungs- und Sanitärinstallationen dürfte die Berechnung der Zollgröße für den Laien schwierig werden. Auch die Bautrocknung nach einem Wasserschaden im Gewerbeobjekt verlangt nach der schnellen und gezielten Handwerkersuche.

Für das Einholen der Angebote gibt es verschiedene Vorgehensweisen:

 

Mundpropaganda

Können Kollegen, Freunde oder Bekannte einen guten Handwerker empfehlen, handelt es sich um eine authentische Information und die Weitergabe eigener Erfahrungen. Wurden artverwandte Arbeiten erledigt, kann sich der Vermieter selbst von der Qualität des Handwerkers überzeugen.

  • Folgende Fragen lassen sich beantworten:
  • Hat der Handwerker nach den gewünschten Vorgaben gearbeitet?
  • Hat der Handwerker Kreativität bewiesen und eigene Gedanken und Ideen einfließen lassen?
  • Hat der Handwerker das geplante Budget eingehalten?
  • Sind unverhoffte Ausgaben angefallen?
  • Entspricht das Ergebnis den Vorstellungen des Kunden?

Google-Suche

Nicht selten wird bei der Handwerkersuche das Internet bemüht. Über die Suchmaschine können die gewünschten Handwerker direkt eingegeben werden. Einen Orientierungspunkt liefern Kundenbewertungen. Nach Auffinden der potentiellen Handwerksbetriebe müssen diese einzeln kontaktiert werden, um sein Anliegen zu schildern und einen Kostenvoranschlag einzuholen.

Gute Handwerker lassen sich an folgenden Kriterien erkennen:

  • Geschäft besteht bereits seit mehreren Jahren
  • Handwerker kann Referenzen vorweisen
  • Handwerker besitzt umfangreiche Erfahrungen auf seinem Fachgebiet
  • professioneller Internetauftritt
  • fachkundige und kundenfreundliche Beratung
  • professionelles und umfangreiches Informationsmaterial

Handwerksbetriebe legen ihre Stundensätze selbstständig fest. Diesbezüglich herrscht Vertragsfreiheit. Die Einholung eines Kostenvoranschlages ist ratsam. Wer sich über die regional üblichen Stundensätze informiert, erlangt Transparenz bezüglich der Preispolitik der einzelnen Anbieter. Immobilienbesitzer können diesbezüglich auch mit der örtlichen Handwerkskammer sprechen.

Das Ziel besteht darin, den Handwerksbetrieb mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis zu beauftragen. Der Preis stellt kein alleiniges Kriterium dar. Qualität und Seriosität sind wichtige Eckpfeiler und deutliche Unterschiede sind die Regel.

Internetportale für die Handwerkersuche nutzen

Im Netz helfen verschiedene Handwerker-Portale, die Suche nach dem passenden Fachbetrieb zu erleichtern. Das Prinzip besteht darin, den eigenen Auftrag online auszuschreiben und aus den eingegangenen Zuschriften den passenden Handwerker auszuwählen. Auf den Portalen ist der Zuspruch allgemein groß. Die Handwerker sehen hier eine Möglichkeit, in auftragsschwachen Zeiten eine Beschäftigung zu finden. Dabei nehmen sie Einbußen in den Einnahmen in Kauf, denn die Portale kassieren Provision für die angebotene Vermittlungstätigkeit.

Die Handwerker-Portale sind anfällig für einen Preiskampf. Dem wird entgegengewirkt, indem Kunden ihre Preisvorstellungen nicht mehr angeben müssen oder Handwerker, die keine Gewerbe- oder Handwerkerkarte vorweisen können aus der Kartei ausgeschlossen werden. Damit lassen sich auch online gute Handwerker finden und die Gefahr, auf „schwarze Schafe“ der Branche zu treffen hat sich deutlich reduziert.

Aufgrund der langwierigen Abwicklung eignen sich Internetportale weniger, wenn ein Notfall vorliegt und schnelle Hilfe notwendig wird.
 

Kleinanzeige aufgeben

Das Schalten einer Kleinanzeige bietet sich an, wenn regionale Handwerker beauftragt werden sollen. Ein Inserat in der Tageszeitung liefert Kontakte zu Handwerkern in unmittelbarer Nachbarschaft. Die kurzen Anfahrtswege helfen, Kosten zu sparen. Die Zuschriften sind zunächst kritisch zu betrachten. Es werden sich vermutlich nicht nur professionelle Handwerker melden. Auch Hobby-Heimwerker möchten sich die Chance auf einen Zuverdienst nicht entgehen lassen. Wer auf eine Rechnung besteht, kann die Spreu vom Weizen trennen.

Verbrauchermessen besuchen

Planen Sie an Ihrem Objekt Renovierungen und bauliche Veränderungen, lohnt der Besuch einer Verbrauchermesse. Hier kann das direkte Gespräch mit dem Handwerker gesucht werden. Da diese Events meist zu Beginn des Jahres durchgeführt werden, lassen sich Termine ins Auge fassen und bereits fest einplanen. Der Terminkalender vieler Handwerksbetriebe ist am Jahresanfang noch überschaubar. Ein Vorteil ist die direkte Kontaktmöglichkeit zu den verschiedenen Fachbetrieben. Messebesucher erhalten einen Überblick über aktuelle Neuerungen und innovative Veränderungen auf dem Markt und können diese Informationen in ihre Renovierungs- und Sanierungspläne einfließen lassen.

Präzise Auftragsbeschreibung

Wer schnellstmöglich einen passenden und fachkundigen Handwerker finden will, muss klar definieren, was von ihm erwartet wird. Der Auftrag ist detailliert und präzise zu beschreiben. Es genügt nicht, zu erwähnen, dass ein 60 Quadratmeter großes Ladenlokal renoviert werden muss oder der Fußboden in einem Einfamilienhaus zu erneuern ist.
Ungenaue Ausschreibungen führen zu undefinierten Angeboten und einer wagen Preiskalkulation. Ist die Ausschreibung ungenau, können Preisaufschläge die Folge sein. Soll das komplette Objekt saniert werden, sind Internetportale eher ungeeignet. Präzise Angebote können hier meist nur gemacht werden, wenn sich die Handwerker vor Ort vom Zustand der Immobilie überzeugen können.

Für eine Ausschreibung relevant sind folgende Angaben:

  • Welche Arbeiten sind zu erledigen?
  • In welchem Zeitfenster muss das Projekt zum Abschluss gebracht werden?
  • Wo befindet sich das Objekt?
  • Auf welcher Fläche müssen die Arbeiten vorgenommen werden?
  • Welche Materialien in welchem Umfang werden benötigt?

Die Auftragsbeschreibung hat ausführlich zu erfolgen. Dabei können Fotos vom jeweiligen Objekt helfen. Liegen Abbildungen und Pläne vor, vereinfacht sich die Kalkulation und der Auftraggeber kann mit präziseren Angaben rechnen. Sollen die Immobilie oder das Gewerbeobjekt mit bestimmten Materialien und Werkstoffen ausgestattet werden, ist dies bei der Einholung des Angebotes anzugeben. Links zu den Angaben der Hersteller erleichtern den Handwerksbetrieben die Kalkulation.

Den passenden Handwerker finden – Checkliste

Tätigkeit

Erläuterung

Handwerker finden

persönlichen Empfehlungen folgen
Branchenverzeichnisse studieren
Online-Portale nutzen
Kleinanzeigen schalten
Verbrauchermessen besuchen

Angebote einholen

Angebote verschiedener Firmen anfordern
Kostenvoranschläge sind nicht verbindlich

Angebote vergleichen

Überprüfung der Angebote auf Vollständigkeit
Berücksichtigung aller Vor- und Nacharbeiten unerlässlich

Ergebnis prüfen

Arbeiten laufend kontrollieren
Baugeschehen auf Fotos festhalten
abgeschlossene Arbeiten überprüfen

Hilfe von Fachleuten ratsam

Rechnungslegung

Auf korrekte Rechnungsstellung achten
Rechnung erst begleichen, wenn alle Posten nachvollziehbar und zur Zufriedenheit erledigt sind.

 

Befinden sich Handwerker im eigenen Freundes- und Bekanntenkreis, kann dies die Suche vereinfachen. Wer zur Zufriedenheit arbeitet, wird weiterempfohlen. Das Risiko negativer Erfahrungen ist in diesem Fall gering. Mehr Transparenz erfordert die Handwerkersuche über Online-Portale. Es ist auf Qualifikationen zu achten und die Wahl sollte auf einen Innungsbetrieb fallen.

Es ist von Vorteil, mehrere Kostenvoranschläge einzuholen. Da ein Kostenvoranschlag nicht verbindlich ist, können die Preise noch ansteigen. Bei einer Preissteigerung um 15 Prozent und mehr, ist der Handwerker verpflichtet, auf diese Preisänderung hinzuweisen. Auftragnehmer können vom Vertrag zurücktreten. Handelt es sich dagegen um konkrete Angebote, ist der Preis bindend.

Um die Preise in den einzelnen Angeboten prüfen zu können, ist darauf zu achten, dass es sich um eine vollständige Offerte handelt. Die Angebote professioneller Handwerksbetriebe enthalten in der Regel alle Arbeiten, die im Vorfeld, im Nachhinein und zeitgleich zu den Hauptarbeiten ablaufen. Soll zum Beispiel ein Fenstertausch stattfinden, gilt es auch, den Gerüstbau zu berücksichtigen.

Das Baugeschehen sollte überwacht werden. Kontrolliert der Immobilienbesitzer die Arbeiten und hält diese auf Fotos fest, ist er über das Voranschreiten des Projektes informiert und kann die Handwerker anhand des Fotomaterials auf eventuelle Mängel aufmerksam machen. Die Arbeiten der Handwerker werden durch eine formale Abnahme bestätigt. Es bietet sich an, einen Sachverständigen an die Seite zu holen. Dieser wird ein Abnahmeprotokoll erstellen. Treten bei der Abnahme Mängel auf, können Auftraggeber eine Nachbesserung verlangen.

Erst wenn alle Mängel beseitigt sind, ist die Rechnung zu begleichen. Der Handwerker sollte alle Posten einzeln aufführen. So bleiben die Kosten überschaubar. Dies ist für den Immobilienbesitzer von Vorteil, da sich einige Posten häufig steuerlich geltend machen lassen.

Um anderen potentiellen Auftraggebern die Handwerkersuche zu erleichtern, können auf den entsprechenden Portalen nach erfolgter Auftragsabwicklung Bewertungen abgegeben werden.